Staatliche Hilfen für Selbstständige: Überbrückungshilfen, Novemberhilfe, Neustarthilfe …, UPDATE: Soloselbstständigenprogramm Bayern

Viele Existenzgründer und Selbstständige in den ersten Jahren sind von den Einschränkungen durch die COVID19-Pandemie betroffen, bei einigen sind die Umsatzeinrüche katastrophal. Die Wirtschaftshilfen der Bundesregierung scheinen immer nur den großen Unternehmen – Airlines, Autoindustrie, … – zu helfen. Für Soloselbstständige und kleine Unternehmen sind auch die speziell für diesen Kreis gestrickten Hilfen zu kompliziert und kommen offenbar großenteils nicht an. Das gilt teilweise auch für die derzeitigen Angebote, aber für einige Betroffene gibt es Möglichkeiten.

UPDATE vom Dezember 2020: Soloselbstständige in Bayern können einen Hilfeantrag stellen, wenn sie

  • künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausüben
  • kulturnahe Tätigkeiten ausüben oder
  • sonstwie in der KSK versichert sind und
  • in einem der letzten 3 Monate des Jahres 2020 mehr als 30% Einbußen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat hatten.

Die Hilfe beträgt maximal 1.180 € pro Monat als fiktiver Unternehmerlohn, ggfs. zuzüglich Kosten für Steuerberater/Wirtschaftsprüfer für diese Antragstellung. Der Antrag und Voraussetzungen werden HIER erklärt und kann HIER gestellt werden.

Hier nochmals der Überblick über den Stand davor, soweit ich ihn überblicke:

Die Überbrückungshilfe I für die Monate Juni bis August 2020 ist ausgelaufen, es können keine Anträge mehr gestellt werden.

Die Überbrückungshilfe II für September bis Dezember 2020 ist noch offen, Anträge können mindestens bis 31.12.2020, wahrscheinlich bis 31.01.2021 gestellt werden (die Angaben widersprechen sich). Unternehmen … aus allen Wirtschaftsbereichen sind antragsberechtigt, soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise … zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. (…)  Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt. Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsatz in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 50 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten … oder deren durchschnittlicher Umsatz im gesamten Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist. Unternehmen mit saisonaler Schwankung erhalten Sonderbedingungen. Unternehmen, die nach dem 31. Oktober 2019 gegründet wurden, sind nicht antragsberechtigt. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Juli 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind zum Nachweis des Umsatzeinbruches von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten als Vorjahresmonate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Gefördert werden 40-90% der Fixkosten, Antragstellung muss durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen. (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft)

Die sog. Novemberhilfe kann seit einigen Tagen beantragt werden. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die durch die Schließungsverordnung von Ende Oktober direkt oder indirekt (80% der Umsätze) betroffen sind und im November Umsatzeinbußen von mehr als 80% im Vergleich zum Vorjahr haben. Der Zuschuss beträgt 75% des Vergleichsumsatzes. Antragstellung muss durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen, bei Zuschusshöhe unter 5.000€ jedoch auch durch den Unternehmer selbst hier, es ist ein ELSTER-Zertifikat nötig. (Quelle: Bundeswirtschaftsminsterium)

Die Überbrückungshilfe III betrifft die Monate Januar bis Juni 2021 und kann ab Januar beantragt werden. Die Details stehen offenbar fest und werden zeitnah bekannt gegeben. Aber auch hier geht es offenbar nur um Betriebskosten, offenbar mit weiteren Verbesserungen gegenüber den vorigen Stufen. (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium)

Ein Teil der Überbrückungshilfe III soll die sog. Neustarthilfe für Soloselbstständige. Die Betriebskostenpauschale beträgt einmalig 25 Prozent des siebenmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 5.000 Euro, wenn der Umsatz in den 7 Monaten Dezember 2020 bis Juni 2021 um mehr als 50% zurückgegangen ist. Es handelt sich um einen unbürokratischen und schnellen Zuschuss, der – wenn die Antragsvoraussetzungen vorliegen – nicht zurückzuzahlen ist. Auszahlung erfolgt als Vorschuss, ggfs. anteilige Rückzahlung, wenn der Umsatzrückgang kleiner ausfällt. (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium)

Antragsdetails für die Überbrückungshilfe III und die Neustarthilfe werden noch bekannt gegeben.

Ich hoffe, diese Zusammenstellung bringt etwas mehr Klarheit, bitte informieren Sie sich direkt bei den Quellen! (MH)